Samstag, 18. November 2017

Kellerkind Feala ...


Einen Moment lang hatte ich ernsthaft gezögert, ob ich nach 
unserer aktuellen Treppenhaus-Situation, nun auch noch ein Teil 
unseres Keller-Leben zeigen sollte …

Aber dieser Artikel über 'Die Katze und Freigang' auf dem Blog 
'Kummerkatze' hat mich beim Bearbeiten der wirklich sehr
chaotischen Bilder darin bestärkt. Denn seit einigen Tagen 
genießen unsere Mädchen nun zeitlich begrenzten Freigang 
im Treppenhaus und auch im Keller. Beim Treppenhaus hatte 
ich weniger Probleme, da wir vor dem Einzug der Mädchen 
dort alles auf den Kopf gestellt und auch mehrmals gründlich 
gesaugt hatten, um das Flohproblem so hoffentlich in den Griff 
zu bekommen. Bis auf ein paar Stromkabel war die Gefahr 
für unternehmungslustige Katzenkinder dort also fast gebannt.
Nur unsere Kellerräume - die seit dem undichten Garagendach 
nun noch voller geworden sind, sind für Katzenkinder natürlich 
ein echtes Spielparadies. Und leider auch voller Gefahren. 
Das bestätigte mir Flo nun schon seit einigen Tagen, da sie 
in irgendeiner Kellerecke beim Verpackungsmaterial frei-
fliegende Schaumflocken fand, die sie im Maul stolz 
nach oben trug und im Kinderzimmer damit spielte.
Von einer Schaumflocke fand ich heute früh dann nur 
einen kläglichen Rest. Und ich hoffe nicht, dass sich der 
andere Teil des 'Spielzeugs' in einem der Katzenmägen 
befindet. Glücklicherweise liebt es Flo aber inzwischen 
auch mal Dinge zu apportieren. So fanden wir den 
Kompromiss - Schaumflocke gegen Snack. Und bald darauf 
konnte Wolfgang Flo dann im Keller beobachten, wo 
ihre 'Spielzeugkiste' stand.

Doch Feala ist inzwischen zusammen mit Finja oftmals 
stundenlang im Keller verschollen. Aber seit gestern 
weiß ich nun zumindest wo sich Feala gern versteckt:

Das ist der Kellerraum, vor dem mir am meisten graut. 
Denn ganz hinten an der Wand des inzwischen sogar 
unbeleuchteten Raumes steht ein Teil meiner Dekokisten. 
Hier hat Wolfgang zudem seine Carrerabahn in unhandlichen 
Boxen verpackt. Und da das eigentlich der Abstellraum 
unserer Haus-Mitbewohnerin ist, sind ihre Pappkartons und 
einzulagernde Dinge nur noch irgendwie seitlich - gleich 
vorn am schmalen Eingang hochgestapelt. Und dort oben, 
irgendwo unter der Kellerdecke zwischen total verstaubten 
Kartons kommt Feala hervorgekrabbelt, wenn wir sie rufen.

Kaum vorstellbar, dass dieses glückliche und leicht angestaubte 
Kellerkind in einem extrem sauberen, schlicht-modernen Haushalt 
wohlbehütet aufgewachsen ist 

Doch wo sich in diesem Chaos Finja versteckt, das haben wir 
leider noch nicht herausgefunden. Sie reagiert - ähnlich wie 
damals die kleine Maus, wohl lieber erst nachgelagert auf 
unser Rufen und kommt dann ein paar Minuten später ganz 
gemütlich aus dem Keller spaziert.

Wir sind jedenfalls froh, dass wir den Mädchen nun zumindest 
schon diesen zeitlich begrenzten abwechslungsreichen 'Freigang' 
im Keller sowie die Spaziergänge an der Leine in der Natur 
ermöglichen können. Denn bis alle Drei kastriert sind, dauert 
es noch etwas. Aber ihr Bewegungsdrang und ihre Abenteuerlust 
sind schon jetzt ziemlich extrem. Wie sie schon vor 3 Wochen 

Und ich finde es ehrlich gesagt immer wieder erschreckend, 
dass diese intelligente und vor allem auch sehr bewegungsfreudige 
Katzenrasse oftmals als 'gut geeignet für die Wohnungshaltung' 
bezeichnet wird. Das war unter anderem wohl auch der Grund, 
warum die Besitzer von Mila & Heisenberg die Geschwister 
schweren Herzens den Katzen zuliebe schon mit 6 1/2 Monaten 
in ein anderes gutes Zuhause zumindest mit gesichertem Balkon 
oder besser mit Garten vermitteln wollten.

Und trotz all' der möglichen Gefahren freuen wir uns 
auf den Tag, wenn die 3 Mädchen sich ins Unterholz 
verkriechen können, um Tiere und Natur zu beobachten, 
oder Bäume und Hausdächer nutzen, um von oben herab 
zu schauen. Auch wenn das für uns dann wieder so manche 
schlaflose Nacht bedeutet, wenn sie mal wieder nicht 
rechtzeitig nach Hause kommen. Oder wenn wir eigentlich 
einen Termin hätten, und dann in Ausgehklamotten die lange
Leiter aus der Garage holen müssen, um irgendwann mit viel 
Überredungskunst eine total übermüdete Katze vom Baum 
zu pflücken ...

All' das haben wir viele Jahre mit der kleinen Maus mitgemacht - 
und oftmals um ihr Leben gebangt. Aber wohlbehütet im Haus und 
gut bespielt wäre sie trotz des Zusammenlebens mit Allegra 
wohl wirklich die Wände hochgegangen und seelisch verkümmert. 
Allegra hingegen war da schon als junge Katzendame ganz anders. 
Sie hätte sich sicherlich sogar mit unserer keinen Stadtwohnung 
arrangiert. Aber auch sie trug nicht umsonst den Beinamen 
'russische Rennkatze'. Denn es war faszinierend zu sehen, 
wie sie noch vor einigen Jahren mit wenigen Sprüngen 
über den 12m langen Steg flog.

Bei Finja vermute ich, dass auch sie einige Tendenzen 
zur Hausdame hätte. Allerdings ist sie die erste von den 
drei Mädchen, die bei uns wirklich die Wände hochgeht. 
So, wie damals die federleichte Maus. Und nun klettert 
Finja an den verputzten Ecken der Tür-Laibungen hoch 
bzw. ist während ihrer '5 Renn-Minuten' auch blitzschnell 
am oberen Ende der Fenster- & Türgitter angekommen.
Bei Flo & Feala zeigte sich schon nach wenigen Tagen, 
dass so ein Spielzimmer zwar tolle Möglichkeiten bietet, 
aber ihnen einfach nicht genug sein wird. Aber das ahnten 
wir schon. Denn als wir wieder 'schwanger' warensprachen 
wir ja nicht grundlos von einem Mädchen-Trio-Infernale ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Doro hat gesagt…

Mit großem Interesse habe ich den Post und alle Links gelesen....gut,dass ihr den „ Dekogerümpelkeller“ habt,das ersetzt im Moment den Freigang,der für mich,als Katzenhalter auch unbedingt dazugehört- auch,wenn Du mir mit „ schlaflosen Nächten“ usw. aus der Seele sprichst!
Ich finde es toll,dass die Mädelzso ein katzenfreundliches Zuhause bei Euch gefunden haben!!!!! Doro
P.S. Mein Highlightpost für die Zukunft wäre natürlich Wolfgang als dachakrobatischer Katzenretter....

Sara von Buelsdorf hat gesagt…

Na, da kannst Du sie aber suchen ... doch wenn sie hungrig sind, werden sie schon auftauchen?
Erinnert mich immer an ein Kätzchen, das mal aus Versehn per Zufall in unseren Keller des Waldgartenhauses geriet und da tagelang mucksmäuschenstill hinter einem alten Schrank ausharrte. Nur die "komische" Pfütze auf dem Kellerboden kam uns doch merkwürdig vor .... so daß wir der Sache nachgingen ... und siehe da .... das Kind wurde in der Nachbarschafft schon vermisst. :-) Da wären wir im Leben nicht drauf gekommen! Sie war sehr schwer hinter dem Schrank hervorzubekommen.

Naja, Keller ist Keller - bei uns stehen auch ein paar Kisten herum, allerdings nur an einer Wand und in einem anderen Keller lagern Geräte ... meines Mannes .. Und gerade die "aufgeräumten" Haushalte verbringen, wenn Besuch kommt, einen Teil ihrer "Wirtschaft" in den Keller, da siehts schließlich keiner *grins*

So ein ganz schlichter Haushalt ist dann aber wohl auch nichts für Katzen. ;-) Und ob ein Kratzbaum auf Dauer nicht langweilig wird? Und Du schreibst ja, das sind Katzen, die unbedingt raus müssen. Denn es gibt durchaus Katzen, die sich drinnen ganz wohl fühlen. Wobei die Katzen meiner Mutter immer auch an die Sonne kamen auf den Balkon, was ja genau wie für den Menschen auch, wichtig ist.

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Doro
Ja, das mir dem Loslassen wird mir in den möglichst-kalt-feuchten Wintertagen im nächsten Jahr dann sicherlich auch wieder sehr schwer fallen. Und ich glaube, dann alle drei Mädchen gleichzeitig im Garten im Augenwinkel zu behalten wird die Hölle. Vielleicht dann doch lieber Flo zunächst allein, und später Finja & Feala zusammen. Die sind inzwischen ja ein sehr gut erprobtes Erkundungsteam ;-)
Allerdings gestern Abend auf der Treppe und in der Küche unserer Haus-Mitbewohnerin war Feala ziemlich schnell mit Flo on Tour - und erst später wagte sich Finja auch mit auf die Treppe. Aber wehe, wenn sie losgelassen: Schon bald flitzten alle drei vom Halbgeschoß die Treppe runter, durch den Schiffskeller ins Treppenhaus und zurück. Wenn sie später nachts auch fast durchs ganze Haus toben können, dann sind die spielenden Marder unter dem Dach nix mehr dagegen …

Unter dem Label 'Dachkatzen': https://graue-katzen.blogspot.de/search/label/Dachkatzen
gibt es ja schon so manche nette Szene mit Wolfgang als Katzenretter. Leider habe ich aber noch nicht alle Post gefunden, um sie so nachträglich zu verlabeln. Und viele Bilder von Maus & Wolfgang sind noch gar nicht ausgewählt/gepostet. Aber ich bleibe natürlich dran. Bei den Mädchen wird das bestimmt auch wieder abenteuerlich ;-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Jetzt weiß ich ja, wo ich suchen muss ;-) Aber klar, der Hunger treibt sie notfalls zur Futterbar. Und zum Glück gehört sie auch zu den Katzen, die zunächst leise und dann auch notfalls energisch rufen, wenn sie sich dann irgendwann Gesellschaft wünschen …
Maus war da ganz anders, die konnte stundenlang im Schrank sitzen und gab nur irgendwann nach Stunden leise Maunzer von sich. So suchte ich sie irgendwann verzweifelt im Garten, als ich sie versehentlich nur im Wäscheschrank im Bad eingesperrt hatte.
Und wir hätten sie auch sicherlich damals Ende März 2003 schneller gefunden, wenn sie sich zumindest schon am Samstagabend in der Nachbarsgarage gemeldet hätte. Aber als Wolfgang sie dann am Sonntagabend endlich hörte, war sie erstaunlich gut drauf und wollte eigentlich nur ihren Spaziergang vom Samstagnachmittag fortsetzen. Ich hoffe die 3 Mädchen melden sich in solch einem Fall dann früher!

Das mit dem in den Keller Runterbringen um oben zu feiern zu können, habe ich aber auch schon zu aufgeräumteren Zeiten hier im Haus praktizieren müssen ;-) Auch Allegras Besuchs-Rückzugsort hinter dem Vorhang in der Kleiderkammer hatte da schon einen heftigen 'Schüttwinkel'. Aber uns war es lieber eine kinderfreundliche Feier zu haben, als die kleineren Kinder ständig zu maßregeln was sonst alles kaputt gehen könnte. Spätestens seit Ernie & Bert mit der Geschichte vom Teewagen, war uns klar, dass eine empfindliche vollgestellte bzw. schön dekorierte Wohnumgebung eine echte Spaßbremse ist. Und das passte so gar nicht zu unseren ungezwungenen Carrera Mitsommernachts-Cup Feiern & Co …

Ich vermute, dass fast jede Katze den Freiraum nutzen würde, wenn sie ihn hätte. Selbst bei Allegra war das ja früher der Fall. Aber das ist ja leider nicht überall möglich. Und natürlich hat eine Katze, die z.B im Ausland irgendwann auf einer Tötungsstation landen würde, in einer kleinen Wohnung immer noch ein viel besseres Leben als ein Käfig-Huhn.