Donnerstag, 30. März 2017

Etwas vom ...




Bevor Wolfgang dann frühmorgens die leblose Maus 
aus unserem Bett holte, zupfte ich noch etwas Schafwolle 
aus ihrem inzwischen alten Kinder-Tretelfell und wickelte 
die Stücke um die Zweige der Hedi Grimm am Wiesenrand. 
Denn in den letzten Tagen konnte ich wieder mehrmals 
eine Kohlmeise beobachten, die den verlassenen Sessel 
vorm Treppenhaus heftig bearbeitete und dann schnell 
mit ihrer weichen Beute davonflog. Für unsere Maus 

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Freitag, 7. April 2017:
Im Nachhinein habe ich meine spontane Idee mit den kleinen 
Schaffell-Stücken in der Rose am Haus in den vergangen Tagen 
oftmals verflucht. Denn der Blick in den Garten, wo nun am frühen 
Morgen keine kleine Maus mehr ganz selbstverständlich am Ende 
nach Mäuschen inspiziert, tut auch so noch unheimlich weh. 
Auf diesen zusätzlichen Hinweis auf unser jetzt leider so ganz 
anderes Leben hätte ich gut verzichten können. Denn schließlich 
war das auch der Ausblick an unserem letzten gemeinsamen Tag
den wir alle zusammen im Treppenhaus verbrachten 

Doch nachdem ich am folgenden Morgen um ein Haar 
die Schafwolle entfernt hätte, stimmte mich die Natur am 
regnerischen 2. April dann doch versöhnlich: Eine Kohlmeise 
zupfte & zerrte im regenfeuchten Garten mehrere Minuten 
an den nassen Wollresten, flog mit dem Baummaterial davon 
und wählte dann wieder eines der restlichen Flöckchen aus, 
bis es den Schnabel voll hatte.


Kommentare:

Doro hat gesagt…

..... die Natur verschwendet Nichte.Nichts ist je verloren,sondern verwandelt....meint Doro
Kleine Babyvögel bei Euch im Garten werden es dank des Schafffells der Maus sehr kuschelig haben.....

Pünktchen hat gesagt…

Liebe Silke,
ich wünschte, ich hätte eine so gute Begleitung für unseren Mautz sein können, als es zu Ende ging mit ihm. Ich weiß, daß ich ihn frühmorgens noch in den Garten hinaus ließ, weil er das unbedingt so wollte. Er legte sich in die Sonne ins Beet und schweren Herzens setzte ich mich in den Wagen, um zu diesem MRT-Termin zu fahren, auf den ich Monate hatte warten müssen. Kurz bevor ich losfahren wollte, stieg ich noch einmal aus und setzte mich zu ihm, streichelte ihn und sprach zu ihm. Das sollte das letzte Mal sein, daß ich ihn lebend sah...

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Manchmal sind solche Handlungen auch wie Rituale ... und erfüllen dann eben doch ihren Sinn.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Doro
Ja, hoffentlich haben die Meiseneltern gute Arbeit geleistet, denn ab heute Nacht soll es empfindlich kalt werden. Etwas Baumaterial haben sie übrigens unter der Rose zurückgelassen, und ein Stück Schafwolle hat der Wind in die blühende Sauerkirsche getragen …

@ Pünktchen
Ich gebe zu, in den ersten Tagen war das auch ein Trost, dass sie zu uns zurückgefunden hat und sich morgens sogar noch von ihrem Platz vor der Küche zu uns ins Treppenhaus begeben hat. Vielleicht wollte sie da auch nur nochmals in ihren Garten schauen. Aber wenn ihr unsere Nähe zu viel geworden wäre, hätte sie auch noch die Kraft gehabt sich dem zu entziehen. Es war wohl Schicksalsfügung, dass Wolfgang an dem Tag nicht zwingend ins Büro musst, und wir den letzten Tag gemeinsam verbringen konnten.
Ob Katzen ihr Ende beeinflussen können? Sowohl Bibi als auch Herr Katze sind an einem Tag gestorben, als ich gerade in BS war …
Von daher kann ich verstehen, dass dieser Abschied um einiges schwerer für Dich war. Aber er war eben auch ein Draußenkater und vielleicht war es für ihn so sogar besser.
Immer wieder habe ich bisweilen Zweifel, ob ich Herrn Katze damals nicht unter seinem Wachholder hätte liegen lassen sollen, als er sich von seiner Gartenliege erhob und zwischen Wintergarten und Haus plötzlich umfiel. Aber es war ein feuchter November-Nachmittag und irgendwann wollte ich auch zu meinen grauen Damen. Aber ich vermute, er wäre zu dem Zeitpunkt lieber in seinem Garten gestorben - so verzögerte sich sein Weg noch um fast 2 Tage …

@ Sara
So etwas kam mir auch in den Sinn, aber geholfen hat es eigentlich nicht. Eigentlich möchte ich die Reste auf den Kompost werfen, aber irgendetwas hindert mich immer wieder daran ...