Montag, 29. November 2010

Sonntag, 21. November 2010

Wenn der kleine Magen rebelliert ...



... dann braucht eine Maus eine Bettecke
zum Ankuscheln und Wärme von oben.

Foto: S.Schneider


Freitag, 19. November 2010

Maus, das musste mal sein


Nach dem Tierarztbesuch war eine Maus ziemlich muffig
und verzog sich auf die Fensterbank. Taurinbonbons als
Entschädigung oder Streicheleinheiten - Fehlanzeige.
Stattdessen versuchte sie heute zeitweilig sogar zu beißen.

War ja auch ganz schön gemein eine müde Maus aufzuwecken und
in
den Korb zu verfrachten. Doch da sie in den letzten Monaten
noch mehr Maus geworden ist, ab und an ihr Futter erbricht, immer
mehr schläft, dabei ganz ordentlich schnarcht und häufiger recht
zickig ist, war es mal Zeit für einen Allgemeincheck. Maus ließ die
Untersuchung geduldig über sich ergehen, und auch die Blutabnahme
verlief protestlos. Soweit ist alles ok. Nur ein bisschen weniger Maus
wäre wünschenswert, ist aber schwierig ...

Foto: S.Schneider


Mittwoch, 17. November 2010

kleines Fisch-Katapult



Wie sich die Zeiten doch ändern: Noch vor einem Jahr
war es etwas ganz Besonderes, wenn Katz' ihr Futter
ausnahmsweise im Bett serviert bekam. Und heutzutage
ist es eine Selbstverständlichkeit, dass nach der Insulin-
Spritze auf dem Bett das Fisch-Schälchen
der flüchtenden Katze folgt.

Foto: W.Hein


Dienstag, 16. November 2010

Wenn Allegra wüßte ...



Der Tierarztbesuch war bis auf die dritte Vitamin B12 Spritze
zwar nicht so schlimm, denn die meiste Zeit verbrachte Allegra
bei Wolfgang auf dem Arm und ließ sich dabei durchkraulen.
Aber dadurch konnte unser Tierarzt nun endlich mal fesstellen,
wie viel Schuppen die Katz' am Hinterteil hat. Nun wurde
die Empfehlung ausgesprochen Madame zu waschen ...

Foto: S.Schneider


Sonntag, 14. November 2010

Wenn der Korb besetzt ist


Eine Maus saß einige Zeit fassungslos vor ihrem Korb.
Wie war das möglich? Kaum hatte sie nur ganz kurz das
Körbchen zum Fressen verlassen, nahm Allegra darin
Platz. Demonstrativ saß eine kleine Katze einige Zeit
davor und funkelte sie an. Doch Allegra hatte die Ruhe
weg und schaute unbeeindruckt in eine andere Richtung.
Vollkommen irritiert musste die Maus nun auf dem Schaf-
fell treteln und
sich dort niederlassen. Nachdem sie
dort einige Zeit geschlafen hatte, setzte sie sich auf,
um zu überprüfen, ob die Korbbesetzerin nicht doch
endlich weichen wollte. Aber Allegra blieb standhaft.
Etwas widerwillig musste sie nun den Schlafplatz
unter der Leuchte im Bett einnehmen:




Fotos: S.Schneider


Was Allegra darf ...


...das will ich auch:

Normalerweise ist das jetzt Allegras Hochsitz für
besondere Anlässe. Aber wenn eine kleine Maus
ungeduldig auf dem Betthaupt steht, von dort
auf die Schulter springt und dann sehnsüchtig
zur geöffneten Schranktür schaut ...

Doch Allegra findet das überhaupt nicht doll.
Da wird zwischen Schrankmaus und Bettkatze
ganz schön gefunkelt!

Foto: S.Schneider


war fast perfekt



In den letzten Tagen kam fast immer das Insulin
in der Katze an, und ihre Trinkmenge pendelte sich
auf ca. 200ccm pro Tag ein. Doch gestern Nacht,
kurz bevor es wieder Zeit fürs Insulin war, hatte
Allegra ihr Futter erbrochen. Somit fiel ihre Nacht-
Dosis aus, und Katz' brauchte promt wieder fast
450ccm Wasser ...

Foto: S.Schneider


Morgengenuß




Foto: S.Schneider


Samstag, 13. November 2010

kurz bevor die Spritze kommt ...



Oft schläft Allegra abends zum Pieks-Termin
ganz glücklich im Bett. Dann fällt es unheimlich
schwer sie für Futter und Insulin zu wecken.

Foto: S.Schneider


Freitag, 12. November 2010

Kopfstütze




Foto: W.Hein


Das Mauseschälchen


Wenn es draußen kälter wird, dann trinkt eine kleine Maus
weniger oft
auf dem Gartentisch aus den Töpfen.

Nun kommt es immer häufiger vor, dass sie nach einem Spaziergang
das Wasserschälchen im Gartenfenster benutzt. Doch meist verteilt
sie ihren Flüssigkeitsbedarf auf 2 Schälchen im Haus. Und im Garten
kommt manchmal noch
der Glastisch und der Aluteich als Wasser-
spender hinzu. Da ist es schwierig ihren Flüssigkeitsbedarf pro Tag
festzustellen. Aber in letzter Zeit kommt es uns so vor, als ob auch
die Maus nun immer mehr Wasser benötigt ...

Foto: S.Schneider


Donnerstag, 11. November 2010

An einem Sonntag vor 9 Jahren ...


... verschwand Allegra bald nach ihrer Ankunft unter dem Bett.
Denn eine kleine Maus war fast 2 Tage früher eingetroffen, und
diese viel kleinere Katze hatte das Haus bereits als ihr Revier
erobert.
Wie gut, dass sich die Kätzchen trotzdem arrangierten!


Foto: S.Schneider


Sonderbehandlung



Kurz bevor es mal wieder Zeit fürs Insulin wurde, blickte Allegra
sehnsuchtsvoll in das obere Schrankfach. Und eh' sie sich vielleicht
erst wieder in die Kleiderkammer verzogen hätte, wurde schnell
der Katzenlift aktiviert. Etwas später ließ sie sich dort oben sogar
einigermaßen gut spritzen. Und natürlich musste das Futter dann
auch oben im Schrank eingenommen werden!

Foto: S.Schneider


Fellmäuse, Fotos und Gedanken ...



Diese kleinen, schon lange schwanzlosen und abgenagten Fellmäuse
von Klein Katze fielen mir in meinem Zimmer auf, als ich gestern
gerade aus dem Garten kam. Schon lange hatte er sich nicht mehr
in meinem Zimmer aufgehalten. Und noch viel länger ist es her,
dass er ab und an diese Mäuschen irgendwo verspielte. Das sind die
Reste von einem jungen verspielten Kater, der vor fast 16 Jahren
eine kleine Kunsttanne für die Weihnachtszeit bekam, an die wir
unzählige Fellmäuse mit ihren Schwänzen festknoteten. Unsere
Aufgabe bestand darin die Mäuschen immer wieder an die Tanne
zu hängen, damit er sie abplündern konnte. Solange, bis alle
Mäuschen schwanzlos waren. Denn neben dem Spiel mit diesem
Fellspielzeug war das Fressen der Mauseschwänze eine seiner
Lieblingsbeschäftigungen als kleiner Kater.

In diesem und
dem ersten Fotoalbum sind unzählige Katergeschichten
und besondere Momente mit ihm festgehalten. Nicht so viele
wie von
Maus & Allegra
. Denn damals gingen wir noch etwas sparsamer mit
den Diafilmen und der Foto-Entwicklung um. Aber es sind viele schöne
Erinnerungen: Auf dem Vogelhäuschen im Garten - noch mit dem
selbstgemachten Katzengeschirr aus Satin-Geschenkband, da er unter
seinem gekauften Kindergeschirr in den ersten Tagen fast zusammen-
brach. In Tüten, Taschen und Kartons, auf der Eisenbahnanlage beim
Zügefangen an der Brücke, beim Spielen mit Wasser oder einfach in
seinem Garten. Einige dieser Bilder werde ich hier irgendwann
vielleicht noch posten ...

Auch wenn die Zeit seit Ende März mit ihm schwer war. Und wir
uns seitdem immer mehr mit dem Gedanken beschäftigen mussten,
dass die gemeisame Zeit nun bald dem Ende zu gehen könnte, so war
sie auf eine andere Art und Weise trotzdem auch schön. Natürlich
hätten wir ihm eine kürzere Kranken- und Sterbephase gewünscht.
Aber vielleicht musste er das verpasste Frühjahr, als seine Tierärztin
ihm wegen Verdacht auf Katzeschnupfen fast einen Monat Hausarrest
erteilte, nun noch in seinem Garten nachholen. Was ihn hier so
lange trotz seiner Krankheit hielt, das bleibt sein Geheimnis.

Ich bin mir aber sicher, dass unsere Pflege ihm keinen Grund
gegeben hat, vorzeitig zu gehen. Ohne unsere Unterstützung
wäre ihm sein kleines Katerdasein in den letzten Wochen
bestimmt viel schwerer gefallen. Und wahrscheinlich hätte
er sich dann auch viel früher aufgegeben. Aufhalten wollten
wir ihn nicht. Aber ihm seine restliche Zeit noch so angenehm
wie möglich gestalten - das schon. Sicherlich hätten wir durch
weitere Behandlungen zum Beispiel mit Insulin die Folgen
seiner Diabetes vielleicht noch einige Zeit aufhalten können.
Aber der Preis wäre ein gestresster Kater gewesen, der sich
im Laufe der Behandlung immer mehr zurückgezogen hätte.
Und wir hätten oft zerkratzte Händen und reichlich Bisswunden
davon getragen. Sicherlich gibt es problemlose Katzen, die
die Injektionen 2x am Tag als harmloses Ritual betrachten.
Aber leider machen wir da zur Zeit ganz andere Erfahrungen
mit Allegra. Und Herr Katze hatte noch eine ganz andere Vor-
stellungen davon, was gerade noch geht und was überhaupt
nicht. So war er
ab Anfang Juni zum Sterben verurteilt.
Weitere Prognosen und Informationen, wie es ihm ergehen
könnte, wollten mir die Tierärzte nicht geben.

Rückblickend bin ich traurig, dass ich im Frühjahr der Meinung
seiner 4 behandelnden Tierärzte nahezu blind vertraut habe.
Es war ein gutes Gefühl, dass ab und ein weiterer Tiermediziner
aus der Praxis seinen Zustand begutachtete und die Behandlung
fortführte. Aber aus heutiger Sicht wäre eine zwischenzeitliche
Überprüfung der zweiten Diagnose und ein anderer Behandlungs-
weg eventuell sinnvoll gewesen. Erst viel zu spät habe ich den
alten Herrn
seiner neuen Tierärztin vorgestellt, die ihm wahr-
scheinlich so manch folgenschweres Medikament erspart hätte.
Und in der Kombination mit der
mobilen Tierheilpraktikerin
würde er vielleicht auch jetzt noch ab und an durch seinen
Garten streifen können ...

Vielleicht hat Herr Katze schon lange gelitten oder es uns
verheimlicht. Aber er hatte jederzeit die Möglichkeit sich zu
verkriechen, Salze und Globulis oder das Futter zu verweigern.
Doch stattdessen suchte er zeitweilig unsere Nähe, thronte
auf seiner Liege und mobilisierte alle Kräfte wenn ich mit
der
Roastbeef- oder Lachstüte kam.

Auch das Schurren veränderte sich im Laufe der Monate,
aber ein sich selbst beruhigendes Schurren konnte ich kaum
und wenn immer nur sehr kurz feststellen. Zwar saß er ab
und an in der Sphinx-Stellung, da er wohl häufiger nach
dem Fressen Magenproblem hatte. Aber würden wir bei
Sodbrennen gleich sterben wollen?

Sehr hilfreich und auch etwas beruhigend war das Gespräch
über Sterbebegleitung am 21. August mit der mobilen Tierheil-
praktikerin
in unserem Garten. Der Tag, an dem der alte Herr
wegen seiner Harnwegsinfektion und einer Überdosis Schmerz-
mittel kaum noch laufen konnte. Auch sein Futter ließ er damals
schon einige Zeit stehen. Obwohl die Tierheilpraktikerin Klein
Katze kaum sehen konnte, bestärkte sie uns mit dem 'Erlösen
lassen' noch etwas zu warten. Denn so, wie er an dem Tag trotz
seiner Behinderung durch die Beete streifte, war sie der Meinung,
dass er noch nicht aufgeben wollte.

Fast ebenso wichtig war Hinweis der
Tierheilpraktikerin mit dem
blauen Licht
, das ihm den Aufenthalt im Keller angenehmer gestalten
könnte. Seitdem war es nun möglich Herrn Katze abends im Keller
in der Waschküche einzusperren. Durch seine Inkontinenz war es
leider nicht mehr vertretbar ihn allein in anderen Räumen im Haus
zu lassen - er wechselte dort zu oft seine Liegeplätze. Aber durch
die blaue Beleuchtung wurde der Kellerraum bald sein liebster
Platz im Haus. Übrigens hatte das blaue Licht im Keller an seinem
letzten Tag auch auf mich einen beruhigenden Einfluß.

Als ich mich wenig später noch etwas mehr mit dem Thema
Farb-
lichttherapie
beschäftigte, bekam das Katertier am Abend noch
einige Zeit eine gelbe Lichtquelle in sein Kellerzimmer. Ob ihm
das farbige Licht Linderung verschaffte? Jedenfalls war es immer
wieder interessant zu beobachten, dass er sich abends zeitweilig
ganz bewußt mit dem Köpfchen in den Lichtkegel legte. Dabei
konnte er sich jedoch auch jederzeit dem Farblicht entziehen.

Ab Ende August begannen wir uns also mit seinem neuen Zustand
zu arrangieren, da sich die Vermutung der Tierheilpraktikerin
immer mehr bestätigte: Herr Katze wollte trotz seiner Diabetes,
geschädigter Nieren, Harnwegsinfektion und Inkontinenz noch
nicht aufgeben, sondern fand immer wieder neue Möglichkeiten
mit seinem veränderten Krankheitszustand umzugehen. Allerdings
war er zu dem Zeitpunkt auch bereit endlich mehr Unterstützung
von uns anzunehmen. Er ließ sogar manche Behandlung, wie zum
Beispiel Antibiotika oder die Katerwäsche, zwar unwillig, aber
trotzdem zu. Auch war er nun bereit immer häufiger die Plätze
in den Gartenbeeten gegen den Platz auf der Liege im Winter-
garten zu tauschen.

Bis zu dem Zeitpunkt benötigte Herr Katze eigentlich nur
nachts einen erhöhten Pflegeaufwand: Mehrmals in der Nacht
besuchte ihn meine Mutter im Keller, reinigte seine Katzen-
klos, wischte teilweise den Fußboden, stellte ihm nochmals
frisches Wasser & Futter zur Verfügung und tauschte die durch-
feuchteten Handtücher auf seiner Liegefläche. Doch nun war
diese Aufgabe auch tagsüber erforderlich. Denn er hielt sich
immer mehr im Wintergarten auf der Liege oder auf dem
Boden zwischen den beiden Schiebetüren auf. Mit einem
'normalen' etwas unternehmungslustigen Rentnerleben wäre
diese fast alle 2 Stunden notwendige Fürsorge kaum vereinbar
gewesen. Doch da sich meine Mutter ohnehin 24 Stunden
am Tag um meine Großmutter kümmert - Tag und Nacht in
Bereitschaft ist, war diese Zusatzaufgabe nun auch noch
möglich. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass Herr Katze sie
immer wieder veranlasste auch an weniger warmen und sogar
regnerischen Tagen in den Garten zu ihm zu gehen. Sonst hätte
sie wahrscheinlich schon im Spätsommer viel mehr Zeit im
Wohnzimmer in der Nähe meiner Großmutter verbracht. Und
trotz seiner zunehmenden Pflegebedürftigkeit war Herr Katze
im Herbst doch noch pflegeleichter: Er wusste sich notfalls
auch selbst zu helfen, in dem er zum Beispiel alle Kräfte
mobilisierte und in der Küche vorbeischaute oder zumindest
im Beet am Haus auf sie wartete.

Wahrscheinlich war Herr Katze erst am Montag Nachmittag
bereit zu gehen, als er deutlich erkennbare Schmerzen bekam.
Oder war es sein Instinkt? Spürte er, dass es Zeit für ihn wurde?
War er nun endlich so weit sich aufzugeben und wollte nicht
mehr gegen seine Krankheit ankämpfen? Vielleicht hätte ihm
sogleich das Schmerzmittel, dass wir ihm seit August nicht mehr
gegeben hatten noch Linderung verschafft. Aber in dem Moment
habe ich nicht daran gedacht. Und eventuell hätte es den bevor-
stehenden natürlichen Ablauf sogar noch unnötig verzögert ...

Oft war ich seit Montag Nachmittag ganz dicht davor seine
Tierärztin anzurufen. Aber in keinem Moment - sah mich Herr Katze
so an, dass er mir das Gefühl gab, ich solle ihn aus dieser Situation
befreien bzw. ihm helfen. Vielleicht war er auch viel zu sehr mit
sich selbst beschäftigt. Lediglich den unruhigen Aufenthalt im
Wohnzimmer nach dem Waschen hätte ich ihm ersparen bzw.
verkürzen können. Aber zu dem Zeitpunkt ahnte ich nicht, wie
schnell das blaue Licht und sein vertrauter Keller-Liegeplatz eine
beruhigende Wirkung auf ihn haben würde.

Sterben ist sehr individuell. In einigen Texten im www werden
die verschiedenen Phasen beschrieben, aber diese richtig zu
deuten, ist wohl nicht immer möglich. Im Nachhinein habe ich
sie bei Herrn Katze falsch eingeschätzt. Aber was hätte es
geändert? Den so oft beschriebenen Acetongeruch in der zweite
Sterbephase konnten wir zum Beispiel überhaupt nicht wahr-
nehmen. Vielleicht auch, weil wir nun schon seit Monaten an
den leicht süßlich-stechenden Uringeruch gewöht waren, der
den alten grauen Herrn fast ständig umgab.

Aber all' diese beschrieben Sterbephasen können anscheinend
auch sehr unterschiedlich durchlaufen werden. Meine Großmutter
befindet sich nun wahrscheinlich schon seit fast 2 Jahren in der
ersten Phase und tritt zeitweilig in die zweite Phase über. Aller-
dings hat sie sich bis jetzt immer wieder entschieden, dass es
noch nicht soweit ist. Schon oft nach einer fast 2 bis 3-tägigen
Tiefschlafphase sagte sie klar und deutlich, dass sie noch hier
bleiben möchte. Und fing wieder an zu essen.

Wenn ich diese Erfahrungen mit meiner Großmutter nicht bereits
mehrmals selbst miterlebt hätte, dann hätte ich sicherlich noch
vor ein paar Jahren ganz anders für Herrn Katze entschieden ...

Vielleicht denke ich eines Tages - vielleicht auch schon in
ein paar Tagen - ganz anders. Aber in der Situation und mit dem
Wissen bzw. den Erfahrungen, die mir zu dem Zeitpunkt zur
Verfügung standen, habe ich ihn genau beobachtet, immer wieder
überlegt, dann entschieden und musste handeln. Denn nichts zu
tun als Ruhe bewahren und einfach für Klein Katze da zu sein,
ist auch eine Handlung. Was bleibt, ist die Erleichterung, dass
er es nun geschafft hat.

Der alte graue Herr hat mich in den letzten Monaten viel Zeit
gekostet. Und ich bin dankbar, dass ich mir diese Zeit für ihn
fast immer nehmen konnte. Das ist keine Selbstverständlichkeit.
Wäre ich in dem Moment voll berufstätig gewesen, und hätte
ich meine Verpflichtungen nicht einfach teilweise verschieben
können, dann wären auch wir sicherlich einen ganz
anderen Weg gegangen ...

Ich hoffe, dass zwischen meinen Erfahrungen und Überlegen
zum Thema Sterben oder Erlösen lassen noch viel Zeit vergeht,
bis wir mit Maus und Allegra auch diesen Zeitpunkt des Lebens
erreichen. Doch irgendwann müssen wir wieder ganz individuell
entscheiden, was unter den dann gegebenen Umständen der
beste Weg für unsere Damen ist. Daher habe ich mir die Zeit
genommen diesen Post und auch den Post über seine
letzten Stunden zu schreiben.

Eventuell helfen diese sehr persönlichen Schilderungen aus
dem Leben eines alten grauen Katers, dem ein oder anderen
Leser irgendwann einmal bei der Entscheidungsfindung für sich
und sein Tier. Aber egal wie man sich auch entscheidet, ein
paar Zweifel ob der gewählte Weg richtig ist, werden
wohl fast immer bleiben ...


Mittwoch, 10. November 2010

Nun ist sein kleiner grauer Körper ...


... wieder im Garten - sein Platz ist jetzt zwischen zwei Kiefern.

Und sein alter, fast morscher Kratzast, den meine Mutter
jahrelang liebevoll auf ihrem Rasen duldete, wird uns dort
noch einige Zeit an ihn erinnern. Bis auch dieses Holz im
Kreislauf von Leben, Sterben und Vergehen verschwindet.
Aber genau wie an unseren Kater Bibi, der auf der anderen
Seite des Gartens vor fast 21 Jahren seinen Platz bekommen
hat, werden wir uns noch oft an die vielen Momente mit
dem kleinen grauen Dickkopf erinnern ...


Leider fiel es ihm wahrscheinlich sehr schwer zu akzeptieren,
dass sein kranker Körper am Ende seiner Kräfte angekommen
war. Er hatte sehr lange dagegen angekämpft und konnte seinem
kleinen Dasein wohl trotz aller Beschwerden noch immer etwas
abgewinnen, selbst als es im Garten kälter wurde. Aber nun
wurde es Zeit, und es schien, als wollte er diesen Weg nicht
allein gehen.
Es war kein leichter Weg. Trotzdem war es für
den
kleinen Kämpfer wohl richtig diesen natürlichen Weg zu
gehen. Und wir sind erleichtert, dass er es jetzt geschafft hat.


ganz friedlich ...


... liegt er nun wieder nach 2 Tagen auf seiner Liege.

Dieser Anblick wird uns fehlen. Sicherlich werden wir
noch oft aus Gewohnheit in den Wintergarten schauen.
Aber nun ist es an der Zeit die Liege in den Keller zu
bringen und die Kübelpflanzen unter das schützende
Glasdach zu stellen. In diesem Jahr stand die Zeit im
Garten wegen dem alten grauen Herrn fast still.


zwischen Zweifel, Angst und Erleichterung


Morgens klingelte das Telefon und ich wünschte mir, dass es
unser grauer Herr nun endlich geschafft hätte. Doch meine Mutter
teilte mir mit, dass er noch immer fast regungslos und friedlich
auf seinem Kellerbett lag, ruhig und gleichmäßig atmete, aber
seine Tücher nun weniger durchfeuchtete. Nur ein einziges Mal
kam es ihr so vor, als ob er hilferufend von seinem Lager auf-
schaute. Allerdings hatte sie in dem Moment auch versehentlich
die grelle Kellerleuchte benutzt, da ihr das Sehen im dunklen
Zimmer mit dem blauen Licht zu schwer fiel. Was nun tun? Gleich
die Tierärztin anrufen, damit ich vielleicht zeitgleich mit Ihr
noch vor der Sprechstunde beim Kellerkater ankommen könnte?
Doch meine Mutter schlug vor: 'Sieh ihn Dir an. Vielleicht wartete
er nur noch auf Dich ...' Ich machte mich also auf den Weg.

Im Keller angekommen erschien er mir ebenfalls so ruhig, als ob
sein Leben jeden Moment zu Ende gehen könnte. Seine Augen
waren leicht geöffnet, nur ab und an bewegte er sein Köpfchen
oder ein wenig seine Pfötchen. Es schien, als ob er tief und fest
schlief. Leidend sah er nicht aus. Aber wie lange würde es so
wohl noch weitergehen? Sollten wir ihn nun wegen des feuchten
Tuches am Hinterteil nochmals umbetten? Oder würde es ihn zu
sehr stören? Doch zu zweit konnten wir sein Handtuch vorsichtig
austauschen, ohne ihn dabei aufzuschrecken.

Ich setzte mich neben ihn auf den Boden und überlegte nun wieder,
ob es noch sinnvoll wäre seinen Weg zu verkürzen. Denn bis 12 Uhr
hatte seine Tierärztin Sprechstunde und könnte sich bestimmt erst
danach zu uns auf den Weg machen. Nur hier im Keller auf dem
Fußboden im blauen Licht wäre es nicht möglich ihm die nötigen
Spritzen zu geben. Also müssten wir ihn zumindest in einen anderen
Raum mit einem Tisch und gutem Arbeitslicht bringen. Nein, es ging
wirklich nicht ums Geld, sondern nur einfach darum nach dem für
ihn passenden Weg zu suchen. Und jetzt in diesem Zustand im grellen
Licht 'einschlafen' zu müssen, das schien keine gute Entscheidung zu
sein. Und ihn deswegen noch in den Garten auf seine Liege tragen?

Es war kurz nach 10 Uhr, meine Mutter kochte mir Kaffee, ich saß
bei Herrn Katze, streichelte ihn, hielt sein Pfötchen, kraulte ihn
leicht hinter den Ohren und hoffte, dass er auf dem Weg sei. Ab und
an bewegte er die Hinterläufe oder ein Vorderpfötchen zitterte, und
manchmal bewegte er den Kopf. Ich tauchte meinen Finger in das
Walnut-Bachblüten-Wasserschälchen und befeuchtete sein Mäulchen.
Ob ihm das wirklich das Sterben erleichtern konnte? Nach und nach
nahmen seine Körperbewegungen leicht zu und seine Hinterpfötchen
schienen Halt zu suchen. Ich schob ihm ein Kissen an den Hinterlauf
und zeitweilig stemmte er sich nun dagegen. Auch das Zittern an
den Vorderpfötchen nahm ich jetzt häufiger wahr. Und plötzlich
fing er an zu maunzen. Erst nur schwach, dann 4 bis 5x im Abstand
von etwa 20 Minuten, wobei der letzte Maunzer lautlos verstummte.
Konnten ihm jetzt die Rescue-Globulis helfen, die uns die
Tierheil-
praktikerin
schon im August für diese Sterbephase gegeben hatte?
Eigentlich wollte ich ihn nun nicht allein lassen, aber meine Mutter
war gerade mit meiner Großmutter beschäftigt. Also bereitete
ich in der Küche schnell eine Spritze mit Bachblütenwasser und
Rescue-Globulis vor und kehrte zurück. Diese Mischung träufelte
ich nun langsam in sein leicht geöffnetes Mäulchen. Er war wieder
ganz ruhig, atmete gleichmäßig und lag entspannt auf seinem
Lager. Doch nach einiger Zeit begann wieder das Zucken der
Pfötchen und die Bewegungen der Hinterläufe, die nun Halt am
Kissen fanden. Das Köpfchen bewegte sich, und er maunzte dabei.
Das Maunzen steigerte sich im Laufe der Zeit auf 9 bis 10x hinter-
einander, wobei die beiden letzten Laute kaum zu hören waren.
Dazwischen kehrte wieder entspannte Ruhe ein.

In dem Moment wünschte ich mir, dass ich nun doch bereits am
Montagabend seine Tierärztin angerufen hätte. Denn nun ahnte ich,
dass er sich bis heute früh erst in der zweiten Sterbephase befunden
hatte, die ihn nur in einen apathischen Zustand versetzt hatte. Uns
erschien dieser friedliche Schlaf wie ein Loslösen. Meine Mutter
hatte seit Montag nur zeitweilig ein leichtes Zittern bei ihm wahr-
genommen. Weder unruhige Bewegungen noch Maunzer konnte sie
bei ihren längeren Aufenthalten bei ihm im Keller feststellen. Aber
nun befand er sich wahrscheinlich erst in der Phase der Auflösung:
Dem letzten Auflodern fast aller Körperfunktionen, wobei auch die
Schmerzempfindlichkeit einige Zeit ansteigt. In dieser Sterbephase
kann es zu auffälligen Körperreaktionen kommen, wie Aufbäumen,
Zuckungen, Krämpfe und Lautäusserungen.
Diese sehr hilfreichen
Beschreibungen über das Sterben
hatte ich gestern noch im www
entdeckt. Doch beim Lesen des Textes war ich mir sicher, dass er
diesen Moment bereits am Montag Nachmittag im Garten und an-
schließend im Wohnzimmer durchleben musste.

Nun war es fast 12 Uhr die Zuckungen und die Bewegungen der
Hinterläufe nahmen etwas ab. Aber das zeitweilige Mauzen blieb.
Würde die Tierärztin nun noch rechtzeitig kommen? Oder würde
sie nur das Ende eines natürlichen Prozesses unterbrechen, um
sein Sterben auf eine andere Art fortzuführen? Ich entschied: Da
müssen wir jetzt durch. In meinem Bachblüten-Büchlein schlug ich
nach, dass ich in dieser Notfallsituation Herrn Katze alle 15 Minuten
Rescue geben könnte. Warum hatte ich mir nicht gleich nach der
ersten Verabreichung ein Schälchen mit Bachblütenwasser, eine
kleine
Spritze und die Rescue-Globulis neben sein Lager gestellt?
Warum hatte ich mir den Text, den ich gestern so hilfreich fand,
nicht ausgedruckt? War es nun gut sein Pfötchen zu halten, sein
Köpfchen sanft zu streicheln, sollte ich nur leise mit ihm sprechen
oder einfach nur da sein? Ruhe bewahren und ihn dort so liegen zu
sehen, war unheimlich schwer.

Meine Uhr hatte ich zuvor im Flur liegen gelassen. Dieser letzte
Tag sollte nur ihm gehören. Aber je häufiger er maunzte, und ich
immer mehr jedes Zeitgefühl verlor, hatte ich das Bedürfnis zu
wissen, in welchen Abständen er nun diese Laute hervorbrachte,
und wann es wieder Zeit für die hoffentlich beruhigenden Globulis
war. Kurz vor 13 Uhr hatte er zwischen zwei Intervallen nur eine
Ruhepause von ca. 5 Minuten. Und danach wieder eine etwas
längere Erholungszeit. Bis dann um etwa um 13:10 Uhr ein ganz
leiser Maunzer verstummte. Danach bewegte sich der kleine Körper
ganz langsam in rutschenden Bewegungen bis zum Rand des Lagers,
und sein Köpfchen lag auf den kalten Fliesen. Schnell schob ich ihm
ein Handtuch unter. Nun war ganz kurz in der Atmung ein leichtes
Hecheln wahrzunehmen, dazu ein kleines Schniefen, etwas Zucken
und allmählich war zu erahnen, dass sein Körper immer mehr in
sich zusammenfiel. Das Mäulchen war nun leicht geöffnet und das
Ein- und Ausatmen dauerte immer länger. Ich atmete auf, doch er
brauchte noch einige Zeit bis sein Körper sich nicht mehr bewegte.
Gegen 13:25 Uhr war ich mir sicher, dass er es überstanden hatte.
Ich blieb aber noch etwas bei ihm. Nun sah er wieder so friedlich
und entspannt aus. Aber ich schwankte noch immer zwischen
dem Zweifel ob dieser Weg wirklich der richtige für ihn war,
und der Erleichterung, dass er es nun endlich geschafft hatte.


morgens im Bett



Wie schön, dass sich eine kleine Maus nach
dem Gartenspaziergang wieder
hier aufwärmt!

Foto: S.Schneider


Dienstag, 9. November 2010

Nach genau 9 Jahren ...


... ganz schön viel kleine Maus:






Heute liegen fast 5 kg Katze neben uns im Bett.
Am 9. November 2001 war es gerade mal 1kg Gizmo.

Fotos: W.Hein


Montag, 8. November 2010

Ich will raus!


Schon früh morgens maunzte Herr Katze hinter der Kellertür.
Aber da zu dem Zeitpunkt das Thermometer gerade mal 1 Grad
Außentemperartur anzeigte, musste das Katertier leider noch
etwas länger im Keller warten.

Als ich ihm dann gegen 11 Uhr die Tür öffnete, sah er mich
erwartungvoll an und steuerte sogleich auf die Kellertreppe zu.
Nach etwa 1m ließ er sich erschöpft fallen und war sichtlich
erleichtert, als ich ihn auf den Arm nahm und in den Garten trug.
Zwar war es immer noch kalt, aber die Sonne blitzte zwischen
den grauen Wolken hervor, und wir wanderten noch etwas an
den Beeten entlang. Erst als wir am Wintergarten ankamen,
wurde er unruhig. Ich setzte ihn auf seiner Liege ab.

Wie schon so oft schmeckte das gleiche Futter
im Garten nun viel besser.

Wie gut, dass heute nochmals ein zwar kalter, aber trockner
Gartentag war, denn als ich wenig später sein Kellerzimmer
aufräumen und dort lüften wollte, musste ich feststellen, dass
mal wieder die Waschküche leicht unter Wasser stand. Ab
und an verstopfen die alten Abflußrohre des Hauses. Und aus-
gerechnet heute, nach dem Duschtag meiner Großmutter, war
es mal wieder Zeit für eine Rohrreinigung. Glücklicherweise
hatte das hochgedrückte Wasser aus dem nahegelegenen Keller-
raum das Katerlager nur leicht durchfeuchtet. So konnten seine
Decken bis zum Abend wieder trocknen. Wir hatten noch Glück
im Unglück. Denn schon gegen Mittag traf der Rohrreinigungs-
dienst ein. Die Geruchsbelästigung und auch die Verschmutzung
hielten sich dieses Mal sogar in Grenzen. Und die Waschmaschine
mit den Katertüchern konnte mit etwas Verspätung gestartet
werden. Der alte Herr hätte sicherlich seine kleine Welt nicht
mehr verstanden, wenn er nach dem Gartentag seine Nacht an
einem anderen Platz im Haus hätte verbringen müssen. Aber
in seinem Wintergarten bekam er von den Kellerunruhen
kaum etwas mit.

Nur, er fühlte sich dort wohl zu allein, denn als ich vom Einkauf
zurückkam, lag er ein paar Meter entfernt vom Wintergarten auf
dem Rasen. Wollte er einen Gartenspaziergang machen? Doch als
er die Tüte von der Fleischtheke rascheln hörte, kam er gerade-
wegs hinter mir her. Noch eine kleine Verschnaufpause zwischen
den Türen und gleich darauf saß er erwartungsvoll vor der Liege
und sah zu mir auf. Dann gab es wieder den Katzenlift und ein
grauer Herr legte sich in seine Kuschelecke. Nun flutschte ein
Stückchen frischer Lachsaufschnitt nach dem anderem ins Kater-
mäulchen. Nach der ersten Scheibe ließ er sich etwas mehr Zeit
und nach einer weiteren halben Scheibe war es genug.

Er positionierte sich etwas anders auf der Liege,
schlabberte noch etwas Fleischsaft und brauchte
dann seinen Verdauungsschlaf.

Doch, es war die richtige Entscheidung ihm
noch etwas Zeit zu geben und heute Vormittag
noch keinen 'Erlösungstermin' zu vereinbaren.

Fotos: S.Schneider



Und plötzlich ist alles ganz anders ...


Etwas ruheloser kam uns Herr Katze in den letzten Tagen
manchmal vor. Er wechselte häufiger seine Liegeposition,
wollte immer seltener zugedeckt werden, sprang mehrmals
am Tag von der Liege, legte sich auf die Matte im Eingang
des Wintergartens und lag einige Zeit auf dem Rasen oder
sogar wieder an verschiedenen Stellen in den Beeten.

Und bald nach seiner Lachs-Mahlzeit kam er mir aus dem
Wintergarten entgegen. Auf der Wirbelsäule trug er einen
merkwürdig senkrecht aufgestellten Fellkamm, während
seine restlichen Haare glatt am Körper anlagen. Er verzog
sich ins Beet, um Kot abzusetzen, doch es fiel ihm schwer.
Er suchte einen anderen Platz auf und trottete wenig später
wieder in den Wintergarten. Ich ließ ihn einige Zeit allein,
und als ich bald darauf wieder in den Garten kam, hatte ich
Mühe ihn zu entdecken.

Er lag an seinem früheren Lieblingsplatz unter dem Taxus am Hof.
Dort wo er immer gewartet hatte, wenn er nachts nicht rechtzeitig
nach Hause kam und alle Türen verschlossen vorfand. Doch seitdem
wir ihm dort Mitte August ein regensicheres Katzenzelt gebaut hatten,
hatte er sich an diesem Ort nicht mehr aufgehalten. Der Regenschutz
war bereits vor einer Woche abgebaut. Und nun lag er dort hinter
dem Röschen meines Großvaters. War das nun der Platz, an den er
sich zurückziehen würde, um auf sein Ende zu warten? Etwas mulmig
war mir schon, denn schließlich war es bereits 14:30 Uhr. Und ihn
dann einfach heute in der eisig kalten Nacht der Natur überlassen?
Wieder war sie da - diese Mischung aus Erleichterung und Unsicher-
heit. Aber er lag so ruhig und friedlich im Mulch. Im Garten hätte
er sich kein schöneres Plätzchen aussuchen können!

Aber vielleicht fühlte er sich irgendwann von mir gestört, da
ich zu oft zwar vorsichtig, aber trotzdem nach ihm schaute.
Doch wahrscheinlich quälte ihn, dass er Kot absetzen wollte
und anscheinend nicht konnte. Am Vormittag war sein Kot im
Keller-Katzenklo noch fest und vollkommen unbedenklich. Aber
nun lag er im Beet vor der Garagenwand auf der Seite und
versuchte etwas hinauszupressen, was sich anscheinend stand-
haft weigerte. Er maunzte mehrmals schmerzhaft auf, so dass
ich gleich wieder zu
meinem Büchlein griff, um nachzulesen,
wie ich seine Verstopfung mit Schüßler-Salzen beheben könnte.
Was ich dort als Auslöser einer Verstopfung zu lesen bekam,
machte mir wenig Hoffnung: Organerkrankungen, aber auch
Tumore können Verstopfung auslösen. Ebenso spielt Bewegungs-
armut dabei eine nicht unerhebliche Rolle. 'Die Katze ist unruhig,
versucht vergeblich Kot auszupressen, wobei sie möglicherweise
vor Schmerzen maunzt.' Also schnell eine kleine Spritze mit dem
Salz gegen Verstopfung und auch gegen Schmerzen & Krämpfe
befüllt und ins Katermaul verabreicht. Wenig später zog er sich
in ein anderes Beet zurück, presste und maunzte dort jedoch
weiter. So konnten und wollten wir ihn nicht im Garten lassen.
Und da er nun durch die Beet-Aufenthalte wieder recht dreckig
war, hofften wir, dass ihm das warme Katerbad vielleicht helfen
könnte. Denn meist musste er nach seiner Wäsche ganz schnell
aufs Katzenklo. Das Waschen verlief ganz problemlos und ein
wenig schien er es sogar zu genießen. Danach lag er einige Zeit
bei mir auf dem Schoß im Handtuch. Dort bekam er nun noch-
mals die Salzmischung, da ich im ersten Moment den Hinweis
der doppelten Tagesdosis überlesen hatte. Sollte binnen einer
Stunde keine Wirkung eintreten, so sollte der Vorgang wieder-
holt werden. Er war ruhelos und wollte nicht im Sessel bleiben.
Aber in dem Zustand wollte ich ihn nun noch nicht in den Keller
bringen. Wir bauten vor der Heizung im Wohnzimmer eine
kleine Barrikade, legten eine Inkontinenzmatte und reichlich
Handtücher auf den Boden und gaben ihm auch die Möglichkeit
sich hinter der Gardine zu verkriechen. Er lag auf der Seite,
krampfte, ab und an zitterten kurz die Pfötchen. Dann stand er
wieder auf, maunzte und legte sich wieder erschöpft auf den
Boden. Ich ärgerte mich fürchterlich, dass ich nicht gleich beim
ersten Anzeichen zu den entsprechenden Salzen gegriffen hatte.
Aber andererseits hatten wir dieses Problem nie zuvor in dem
Ausmaß bei ihm beobachtet. Bisher gab es höchstens kurzzeitig
Probleme mit Durchfall. Und so schnell konnten die Salze nun
auch nicht wirken.

Fotos: S.Schneider


Kellergeborgenheit


Im Wohnraum war er nicht zu beruhigen. Deswegen brachte
ich ihn nun doch in seinen vertrauten Keller, um dort die
hoffentlich bald eintretende Wirkung der Salze abzuwarten.
Sogleich machte er sich auf den Weg zum Katzenklo, war
jedoch noch immer nicht erfolgreich.

Als ich ihm dort seine blaue 40 Watt Glühlampe über dem Liegeplatz
anschaltete, legte er sich sofort mit dem Köpfchen unter den Licht-
kegel und wurde bald darauf erstaunlich ruhig. Dann bekam er noch
die Wärmflasche an seine Rückenlehne, und bald darauf schienen
seine Krämpfe etwas nachzulassen. Jetzt war er sogar bereit ein
wenig Fleischsaft mit Salzen zu schlabbern, aber wirklich nur sehr
wenig. Kein Maunzen, kein Wimmern - er war einfach nur müde und
erschöpft. Er legte das Köpfchen zur Seite, legte es manchmal auf
die Pfoten und atmete ganz ruhig und gleichmäßig. Ganz selten gab
es ein tiefes Einatmen - so wie ein Seufzen. Aber sonst bewegte
sich nichts. Nur ab und an war ein ganz leichtes Zittern wahrnehmbar.
Schmerzen schien er nicht mehr zu haben, doch es kam mir so vor,
als ob er jetzt endlich bereit war. Es war 18 Uhr und noch Zeit seine
Tierärztin anzurufen, damit sie nach der Sprechstunde seinen bevor-
stehenden Weg verkürzen könnte. Doch wie er so friedlich da lag,
hegten wir die Hoffnung, dass er es jetzt auch allein schaffen könnte.
Denn nach dem Mittagslachs hatte er kein Interesse mehr am Fressen
und wendete sich vom Schälchen ab. Und so, wie er sich nach
14 Uhr ruhelos durch den Garten bewegte, sich dann seinen Platz
unter dem Taxus suchte und plötzlich einige Zeit jämmerlich
maunzte, wie wir es vorher noch nie von ihm gehört hatten,
schien er nun seine
dritte Sterbephase hinter sich zu haben. Nur
den häufiger beschriebenen Acetongeruch, den konnten wir bisher
noch immer nicht bei ihm feststellen.

Ich verabschiedete mich von dem Katertier mit dem Gefühl,
dass es das letzte Mal sein würde ...

Foto: S.Schneider



Nachtrag Dienstag 9. November 2010:
An diesem Tag telefonierte ich mehrmals mit meiner Mutter. Aber
sie konnte nur mitteilen, dass er gegen Mitternacht versucht hatte
sein Katzenklo aufzusuchen und dort auf den Fliesen lag, als sie
nach ihm schaute. Sie tauschte die durchfeuchteten Tücher seines
Lagers und legte ihn zurück auf seine Matte. Etwas trank er noch.
Und als sie einige Zeit später wieder zu ihm kam, lag er mit dem Po
auf dem Gitterblech des Waschküchen-Abflusses. Wahrscheinlich war
ihm der Weg zum Klo inzwischen zu beschwerlich, und er wählte
nun diese Alternative, um sein Lager nicht mit Kot beschmutzen zu
müssen. Schon damals, als er im August gegen seinen Willen eine
Nacht wegen seiner Harnwegsentzündung im Keller eingesperrt
werden musste, wählte er das Abflußgitter als zusätzliches Katzen-
klo. Aber nun ließ er sich wieder auf seine frischen Handtücher
legen. Und da sich seine Pfötchen ganz kalt anfühlten, legte sie
ihm mit ein paar Streicheleinheiten nochmals eine Wärmflasche in
den Rücken. Ob das richtig war? Aber wie versorgt man Sterbende?

Am Morgen erhielt er neben der Salzmischung, die er wieder ins
Mäulchen bekam, nun auch das Walnut-Bachblütenwasser zur
Verfügung gestellt. Fressen mochte er nicht mehr. Aber seine
Atmung war immer noch erstaunlich ruhig. Er bewegte sich kaum.
Nur ab und an hob er ganz leicht sein Köpfchen. Spätestens jetzt
hätte ich erwartet, dass meine Mutter seinen Anblick nicht mehr
ertragen könnte. Und ich nun eher meine Mutter vom Kater erlösen
lassen müsste, als ihn von seinem Dasein. Aber ihr erging es wahr-
scheinlich ähnlich wie mir am Abend zuvor, als er dort ganz ruhig
im blauen Licht lag und schlief. So hatten wir beide die Hoffnung,
dass er nun irgendwann einfach für immer einschlafen könnte ...


Sonntag, 7. November 2010

auf dem Knie-Thron



So genießt Katz' morgens den Blick in den Garten.

Foto: S.Schneider


Samstag, 6. November 2010

sind so schöne Krallen ...



Doch leider mag Allegra mit diesen Werkzeugen nicht mehr
die Nadelfilzfliesen im Treppenhaus bearbeiten. Nur noch
ganz selten hören wir sie dort kratzen.

Wahrscheinlich hängt es mit ihrer Neuropathie zusammen,
und wenn sich ihr Zustand demnächst nicht bessert, müssen
wir ihr wohl leider bald die Krallen kürzen ...


Fotos: S.Schneider



nach dem Katzenzelt ...



Herrlich mal wieder so ein gemütlicher Samstag im Bett!

Foto: S.Schneider


Donnerstag, 4. November 2010

Entscheiden?


Am Mittwochmorgen, als ich mit meiner Mutter telefonierte,
entschied ich mich die Entscheidung 'letzter Tag' auf heute zu
verschieben, da der Zustand vom alten grauen Herrn nahezu
unverändert war. Seit Sonntag früh hatte er sich nicht mehr
übergeben müssen, hatte keinen Durchfall, wollte morgens wie
üblich in den Garten, hatte immer noch reichlich Appetit,
sprang immer noch von seinem Liegestuhl-Lager auf den Boden,
lag auf seiner Matte an der Schiebetür und signalisiert bei Bedarf,
dass er lieber wieder auf seine Liege gehoben werden wollte.
Am frühen Nachmittag wartete er im geschützten Garagenbeet
und zog es ausnahmsweise mal vor früher im Haus auf sein Keller-
bett zu schlafen. Das Futter schmeckte immer noch. Und jedes
Mal, wenn meine Mutter ihn im Kellerzimmer besuchte, lag er
dort recht entspannt im Schein der blauen Glühlampe.

Und heute um 10 Uhr wollte er wieder in das Gartenzimmer!

Als ich dann gegen 11 Uhr eintraf, schlief ein alter grauer Herr
ganz selig und leicht ausgestreckt auf der Matte zwischen den
beiden Schiebetüren vom Wintergarten. Von unten schaute mich
wenig später ein altes, noch müdes und etwas erschöpft drein-
blickendes Katerköpfchen mit einem Schlabbermaul an. Das an-
strengende Wochenende, an dem er 2x sein Futter erbrochen
hatte, sah man ihm an. Aber trotz dieses veränderten Anblicks
sah ich immer noch zu viel Leben in dem dünnen Kerl vor seinem
wieder fast leergefutterten Schälchen.

Schon am Morgen, bevor ich losfuhr, hatte ich mir überlegt,
falls ich mich wieder nicht zu dem 'letzten Schritt' durchringen
könnte, dann sollte Herr Katze heute selbst entscheiden. Ob aller-
dings die Entscheidungs-Bachblüten, die uns
die mobile Tierheil-
praktikerin
damals mitgebracht hatte, wirklich etwas bewirken
könnten? Ich habe da so meine Zweifel. Aber nur zusehen, wie
er immer schwächer und weniger wird? Doch anscheinend kämpft
er immer noch dagegen an sein kleines Leben einfach aufzugeben:
Er frisst - teilweise fast 400g Feuchtfutter am Tag - schlabbert
gerne seine Schüßler-Salzmischung und trinkt zusätzlich Wasser.
Der Urin kommt immer noch im einem ganz feinen Strahl oder
in Tröpfchenform über den Tag verteilt aus ihm heraus, und
sein Katzenklo benutzt er, um Kot abzusetzen. Sogar etwas
Körperpflege betreibt er noch ab und an.


Aber ohne Mäulchenputzen, eine Katerwäsche meist 2x pro Woche
und das Herausschneiden bzw. Kämmen seines verfilzten Fells würde
er erbärmlich aussehen. Doch falls er nicht gerade tief schläft, hebt
er sofort interessiert den Kopf, wenn man sich ihm nährt. Und das
würde er wahrscheinlich auch tun, wenn seine Tierärztin zu ihm
in den Garten käme ...

Wie würde es uns wohl in solch' einem Moment ergehen?

Je nach Wetter, Befinden oder Laune bewegt er sich mühsam,
aber zielstrebig durch bestimmte Teile seines Gartens. Und
seine Augen verlieren erst allmählich den Glanz. Sie sehen
jedoch noch nicht trüb aus. Ebenso schaut manchmal die Nick-
haut etwas hervor, doch meist ist sie ebenso schnell wieder
verschwunden. Das seit einigen Monaten ganz anders klingende
Schnurren, dass Katzen nutzen, um sich selbst zu beruhigen bzw.
wenn sie Schmerzen haben, habe ich bisher nur selten und
wenn meist nur kurz beim Katertier gehört.


Und beim Urintest hat sich sein Hämoglobin ohne
weitere Behandlung nun sogar auf +1 verringert!

Also bekam das Katertier am Mittag die Entscheidungs-Bachblüten
in den Wassernapf und in sein Fleischsaft-Schälchen. Dieses Mal
wollte ich zumindest sicher gehen, dass er von der Flüssigkeit
trinkt. Damals am 21. August ließen wir ihm die Wahl und wissen
daher nicht, ob er sich nun mit oder ohne Bachblüten zum Fressen
und damit zum Weiterleben entschieden hatte. Nachdem er reich-
lich geschlabbert hatte, kuschelte er sich auf die Liege und schlief.

Etwa 1 1/2 Stunde später servierte ich ihm Roastbeef und musste
irritiert feststellen, dass er es wie auch am Montag
freudig nahm,
darauf rumkaute, es aber wieder fallen ließ. Auch dem nächsten
Fleischstück erging es ebenso. Sollten die Bachblüten so schnell
ihre Wirkung entfalten? Da es im Supermarkt auch ganz frischen
Lachs in Scheiben gab, bot ich ihm auch davon etwas an. Nun
mobilisierte ich wohl reichlich kleine Lebensgeister. Denn von
den 50g bzw. den 2 Lachs-Testscheiben blieb nur ein winziges
Stückchen für mich zum Probieren übrig. Jeder noch so kleine
Streifen Fisch, der nicht sogleich im Katermaul landete, wurde
sofort aufgeregt zwischen den Pfoten oder auf dem Laken gesucht
und aufgeschleckt. Schnurrend, glucksend und freudig erregt hatte
er auf seine alten Tage ein Festmahl auf der Gartenliege verspeist.
Und da Fisch bekanntlich schwimmen muss, passte auch noch mehr
Bachblütenwasser in den Katerbauch. Zufrieden kuschelte er sich
danach zum Mittagsschlaf auf seinen Gartenhochsitz. Und auch wenn
er nun sicherlich nur noch wenige Tage hat, diesen besonderen
Moment haben wir gemeinsam genossen.


Als ich ihn gegen 15 Uhr in seinem Gartenzimmer besuchte,
lag er wieder im vorderen Bereich des Wintergartens am
Wassernapf und ging wenig später sogar ein paar Schritte auf
den nassen Rasen. Dort ließ er sich fallen, stand bald darauf
auf, maunzte mich 1x eindringlich an und machte sich auf den
Weg zum Garagenbeet. Was wollte er mir damit sagen?

Als er sich am Weidenstamm an der Garagentür- einem seiner
früheren Gartenplätze - wieder fallen ließ, holte ich ihm schnell
das Futterschälchen. Er trank nochmals daraus. Einige Zeit blieb
er dort liegen und wanderte dann etwas tiefer ins Beet hinter den
Buchsbaum, wo es weniger feucht war. War das nun das so lange
schon erwartete Verkriechen? Hinter dem Buchsbaum gab es im
Nieselregen nicht viel für ihn zu beobachten. Sein Köpfchen war
aufrecht, aber er schien zu sinnieren. Oder wollte er nun wieder
früher als sonst in seinen Keller? Also öffnete ich ihm die Tür zum
Wohnzimmer. Und wenig später kam Herr Katze aus dem Beet und
steuerte auf die Treppe zu. Wenn ich seinen Maunzer verstanden
hätte, dann hätte er es einfacher haben können!

So kam er nun mit etwas Verspätung auf sein Kellerbett an.

Am Abend musste er dann trotzdem noch eine Wäsche über sich
ergehen lassen. Aber zum Trocknen seines Fells konnte ich ihn
leider nur wenige Minuten im Wohnzimmer halten. Vielleicht
störte ihn dort auch die Heizungswärme ...

In Handtücher gehüllt, mit der Wärmflasche am Rücken und
einem gut gefüllten Futternapf vor den Pfoten lag er dann bald
wieder zufriedener auf seinem Kellerlager und futterte. Und da
er am Montag sein Roastbeef auch erst abends im Keller mochte,
startete ich noch einen Versuch. Doch diese saftigen Stückchen
wurden nur durchgekaut und ausgespuckt. Also genehmigte ich mir
ausnahmsweise mal den Rest der Scheibe und musste feststellen,
dass Herr Katze wirklich ein großer Genießer ist. Denn die Scheibe
schmeckte einfach nach gar nichts!

Als ich nach Hause fuhr, lag Herr Katze dicht an seine Wärmflasche
gekuschelt im blauen Licht ...

Fotos: S.Schneider



verknotet




Foto: S.Schneider


Montag, 1. November 2010

auf und ab


Auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte klein Katze
nochmals sein Futter herausgewürgt. Meiner Mutter erschien
der Futterbrei auf dem Katzenlager ungewöhnlich dunkel. Aber
Sonntagmorgen erhielt er dann trotzdem etwas Feuchtfutter
mit viel Flüssigkeit und dazu eine Extra-Salz gegen Erbrechen,
um einer Dehydrierung entgegenzuwirken.

Nachdem ich mich am Wochenende noch etwas im Internet über
das Thema Erbrechen bei Katzen informierte, wurde mir klar, dass
es für Herrn Katze mit seiner Krankengeschichte nicht gut aussah.
Wenn er nun ständig sein Futter nicht mehr bei sich behalten könnte,
dann sollte er auf keinen Fall länger leiden. Oder konnte sein Zustand
jetzt sogar mit den
bei Diabetes so gefürchteten Ketonen zusammen-
hängen? Dann wäre wahrscheinlich eine stationäre Aufnahme bei
der Tierärztin sinnvoll, um sein kleines Leben zu retten. Doch so
ein Schicksal möchten wir ihm in diesem Stadium ersparen.

Erst heute früh erfuhr ich, dass das Katertier am Sonntag-Nachmittag
wieder einen kurzen Gartenspaziergang unternommen hatte. Er zog
es vor überwiegend auf der Matte an der geöffneten Schiebetür zu
liegen, anstatt auf seiner Liege zu thronen. Und am Abend hielt er
sich sogar im Beet an der Haustreppe auf, wo er meiner Mutter bei
Einbruch der Dunkelheit signalisierte, dass er zurück ins Haus wollte.
Auch sein Futter blieb im kleinen Körper. Aber insgesamt wirkt er
nun immer schwächer.

Auch wenn er mich heute vor seinem leergefutterten Schälchen
mit erwartungsvollen Augen auf seiner Liege empfing, so wollte
ich doch sicher sein, dass ihm nicht auch noch die Ketone sein
Leben erschweren. Die für den Test nötige Urinmenge bekam
ich wie üblich erstaunlich schnell zusammen. Und um sicher zu
gehen, verwendete ich dieses Mal 2 Teststreifen hintereinander:
Keine Ketone, etwas Protein, das Haemoglobin war sogar auf
die Stufe +2 zurückgegangen und die Glukose wurde natürlich
unverändert hoch angezeigt.

Das neue Feuchtfutter aus dem Schälchen verteilte sich wieder
schnell rund um den Kater und kam nach und nach beim Wieder-
einsammeln der Fleischstückchen auch in seinem Mäulchen an.
Danach etwas Kinn und Pfoten sauberwischen, und für mich stand
fest, dass ich den Anruf bei seiner Tierärztin heute nochmals
verschieben würde.

Vorsorglich bekam er auf die nächste kleine Futterportion noch eine
andere aufgelöste Salz-Tablette, die ebenfalls bei Erbrechen helfen
könnte. Vielleicht war das nun zu viel für den kleinen Körper. Denn
dieses Salz hatte er bisher noch nicht bekommen. Aber vielleicht
war es auch nur zu schnell zu viel Futter, was der kleine Katerbauch
nun zu bewältigen hatte. Jedenfalls kaute er am frühen Nachmittag
lustlos auf seinem frischem Roastbeef herum und ließ es unbeachtet
liegen. Auch die Nickhaut war bald darauf etwas mehr zu sehen.
Wird es nun doch bald Zeit für den Anruf bei seiner Tierärztin?

Mal schlief er auf der Liege, dann lag er wieder auf der Bodenmatte
an der geöffneten Schiebetür und wollte nur Wasser trinken. Er setzte
heute keine Pfote auf den Rasen. Irgendwann trug ich ihn dann kurz
im Garten umher und
verpackte ihn danach wieder auf der Liege.
Ihm schien es trotz der 10 Grad im Wintergarten warm genug zu sein,
denn schon bald lag er wieder auf seiner Zudecke.

Nun ist es gegen 17 Uhr fast dunkel im Garten, und damit wurde es
Zeit für die Katerwäsche. Leider wollte er nicht lange zum Trocknen
im Wohnzimmer bleiben, denn er musste ganz dringend aufs Katzen-
klo. Sein dort abgesetzter Kot sah erstaunlich normal aus. Und nach-
dem er sich auf seinem Kellerlager niedergelassen hatte, fiel er
begeistert über sein frisches Futterschälchen her. Auch vom Nach-
schub verschwand noch einiges im Kater. Und zum Nachtisch nun
noch etwas Roastbeef? Im Gegenteil, plötzlich schmeckte es ihm
wieder so gut, dass er mich dabei sogar ziemlich kraftvoll in die
Fingerkuppe biss. Und als ich kurz meine blutenden Wunden ver-
sorgte, erhob er sich, um zu überprüfen, warum die Roastbeef-
Lieferung eingestellt wurde. Es roch doch so gut nach Fleisch!
Nachdem 3 1/2 Scheiben im Kater waren, kuschelte er sich an
seine Wärmflasche und schlief ein ...

Fotos: S.Schneider


Ich und mein Pfotenhalter ...




Foto: S.Schneider


Und wieder in der Kleiderkammer ...


Seit einer Woche hat unsere Maus ihren Lieblingsschlafplatz
im Körbchen neben dem Bett. Doch heute nach dem Morgen-
spaziergang zog sie sich wieder auf ihr graues Plüschkissen
auf dem Sideboard unter die 100 Watt Glühlampe zurück.

Kein Wunder: Auch wenn der linke Augenwinkel nur etwas
verschleimt ausieht, so war ihr Auge schon wieder feucht
und die Lidränder geschwollen. Auffällig war auch, dass sie
das Auge möglichst geschlossen hielt. Wo treibt sich unsere
Maus bloß im Garten rum? Oder was reizt häufiger ihr Auge?

Also Äuglein wischen und wieder eine Schüßler-Salzmischung über
dem Feuchtfutter anbieten.
Seit Anfang September versuchen wir
nun
beim ersten Anzeichen mit 5 verschiedenen Salzen gegen
Bindehautentzündung das Problem zu lindern. Bisher konnten wir
die Verabreichung der Salze nach 2 bis 3 Tagen wieder einstellen.
Allerdings war unsere kleine Maus meist auch so vernünftig sich in
den folgenden Tagen seltener im Garten aufzuhalten und ihr Auge
zu schonen. Oder war der
Fensterplatz über der Heizung der Aus-
löser für die Augenreizung? Damit hatte Allegra schon mehrfach
in der Heizperiode Probleme.

Wie gut, dass Maus nun wieder Wärme von oben bevorzugt!

Fotos: S.Schneider