Mittwoch, 27. Oktober 2010

Das sind 14,- Euro Caninsulin ...



... die reichen bei Allegra zur Zeit für 14 Tage, wenn sie 2x täglich
eine Dosis von 5 Einheiten erhält. Aber in den nächsten Tagen werden
wir ihre Dosis wohl sogar nochmals erhöhen müssen, damit sie viel-
leicht wieder etwas bewegungsfreudiger wird. Denn im Moment legt
sie sich schon nach wenigen Metern auf den Boden, überlegt sehr
genau, ob sie in die Fensterbank springt oder mal im Treppenhaus
vorbeischaut. Die Versuche, sie zum Spielen mit einem Graswedel
zu bewegen, scheitern kläglich. Meist schaut sie dem Wedel nur
hinterher und patscht noch nicht einmal mehr mit der Pfote. Unser
Tierarzt macht uns jedoch wenig Hoffnung, dass die 3 Vitamin B12-
Spritzen ihre Beweglichkeit wieder verbessern können. Zwar gibt
es
Medikamente, die vielleicht ihre Neuropathie lindern könnten -
aber schon jetzt entwickelt sie immer häufiger Strategien sich der
so wichtigen Insulin-Injektion zu entziehen. Oder es kommt nicht
die ganze Dosis in der Katze an, weil sie davonspringt wenn sich die
Nadel nur dem Fell nähert. Daher ist sie noch immer nicht optimal
eingestellt. Ihre Trinkmenge liegt jetzt im Idealfall bei 200 ccm
Wasser, und sie besucht ihr Katzenklo etwa 2 bis 3x am Tag. Also
kommen bei Allegra zur Zeit zum Insulin noch Spritzen, ganz feine
Injektionsnadeln, Teststreifen zur Blutzuckerkontrolle, häufigere
Tierarztbesuche, Diät- & Feuchtfutter mit höherem Fisch- und
Fleischanteil in kleinen Döschen, Nahrungsergänzungsmitel und
verschiedene Schüßler-Salze hinzu ...

Wer eine Katze hat oder hatte, die zeitweilig mal krank war,
der ahnt, was so ein Hausmitbewohner plötzlich zusätzlich zum
üblichen Futter, Katzenstreu und Ausstattung kosten kann. Schon
damals, als wir uns überlegten, dass wir mit 2 Katzen unser Leben
teilen wollten, stand für uns fest, dass für diesen Fall eine unan-
tastbare Rücklage sinnvoll wäre. Zu der riet uns auch unser Tier-
arzt gleich beim ersten Vorstellungstermin mit Maus & Allegra.

Von unserem ersten
Kater Bibi - einem Wald- & Wiesenkater,
der 1970 auf einem Landgut geboren wurde - waren wir dies-
bezüglich sehr verwöhnt. Denn er musste nur 1x zur Kastration
zum Tierarzt. Und dann nochmals im hohen Alter wegen eines
vereiterten Zahns, der ihm sofort problemlos in der Praxis
gezogen wurde. Auch ohne Impfungen, Wurmkuren, Nahrungs-
ergänzungsmittel oder gar Seniorenfutter erreichte er als
Siedlungskater das stolze Alter von 19 Jahren. Im Gegenteil,
ihm schmeckte bis ins hohe Alter gekochte Lunge, ab und an
etwas Trockenfutter und beim heute so verteufelten Dosenfutter
aus dem Supermarkt hatte er bestimmte Vorlieben - wehe
die Sorte war ausverkauft! An Feitertagen gab es etwas Schier-
gehacktes und meist durfte er dann die Bratenteller ablecken.
Im Herbst 1989 nahm er merklich ab, trank mehr und wurde
schwächer. Aber selbst an seinem letzten Tag im Dezember
schaffte er es noch sein Haus zu umrunden, schlief danach im
Wohnzimmer auf dem Sofa und kam abends wie üblich in den
Keller, wo er dann in der Nacht verstarb.

Mit dem
kleinen grauen Kater war es 1994 alles schon ganz anders.
Bei ihm erhielten wir dann gleich bei der Übergabe den Impfpass.
Und neben den jährlichen Impfterminen waren etwa ab seinem
6 oder 7. Lebensjahr zusätzliche Tierarztbesuche wegen einer
Blasenentzündung oder seiner Struvitsteine erfolderlich. Schon
damals musste ich schlucken, was eine kurze Untersuchung, eine
Antibiotika-Spritze und Diätfutter dann für Beträge an der Praxis-
Kasse ergaben. Zum Glück besserte sich sein Zustand meist recht
schnell, so dass nur noch eine harnansäuerende Paste und Spezial-
futter erforderlich waren. Bis sich der kleine Dickkopf mal wieder
im Garten verkühlte ...

Was dann plötzlich für Summen zusammenkommen, wenn die Tier-
ärzte trotz Blutentnahme eigentlich immer noch im Dunkeln tappen
und fast 4 Wochen lang nur alle 2 bis 3 Tage zu Antibiotika, Cortison,
Schmerzmittel, Infusion und Aufbau-Nahrung raten, das durfte ich nun
im April dieses Jahres feststellen. Und
am Ende der Behandlung stand
die 'für sein Alter vertretbare Langzeit-Cortisonspritze', die bei ihm
Diabetes mellitus auslöste. Wahrscheinlich haben seine Nieren auch
schon damals unter der Behandlung mit Schmerzmitteln gelitten.
Wenn sich Herr Katze nicht so standhaft gegen die heimische medi-
zinische Versorgung wehren würde, dann hätten wir nach der Diagnose
sicherlich keine Kosten und Mühen gescheut. Doch ihm muss es schon
sehr schlecht gehen, damit er uns bei der Verabreichung von Medi-
kamenten nicht kraftvoll in die Hände beißt ...

Wer plant, sich ein Kätzchen, eine ältere Katze oder überhaupt
ein Tier anzuschaffen, der sollte sich diesen Schritt wirklich sehr
genau überlegen
. Denn nicht nur der nächste Urlaub ist eine Heraus-
forderung an Tier & Halter und erfordert meist etwas Organisations-
talent. Auch Krankheiten und andere 'Macken' scheinen heutzutage
wesentlich häufiger aufzuteten. Und es ist ratsam, genug für even-
tuelle Krankheitskosten einzuplanen. Denn gerade ein krankes Haus-
tier
aus Kostengründen abgeben zu müssen, ist das Schlimmste, was
man seinem Tier antun kann.

Allerdings verhält es sich in dem Fall von Cecie ganz anders, die
dringend ein liebevolles Zuhause für ihren 8 Jahre alten Kater
Jamie sucht
...


1 Kommentar:

Suse hat gesagt…

Da sprichst Du wohl wahr liebe Silke. Katzenhaltung kann richtig Geld kosten und eine Rücklage ist sehr sinnvoll. Im Gegensatz zu früher, weiß man heute mehr über Ernährung und Krankheiten und die Haltung von Tieren. Ich finde das sollte man auch nutzten.
Viele Grüße Suse.