Donnerstag, 15. März 2007

Es sollen graue Katzen sein...


In unserem Italien-Urlaub 1986 besuchten wir den prächtigen Wassergarten der Villa Este. Als wir uns danach im schattigen Cafe erholten, sahen wir einige kleine graue Katzenkinder. Vielleicht ein paar Streuner, wie so viele Katzen in Italien. Aber eigentlich sahen die drei Kleinen doch zu gesund aus, um ganz normale Straßenkatzen zu sein. Das schnelle Beweisfoto war vor Aufregung weder scharf noch vollständig, da der Film gerade am Ende war. Trotzdem haben wir es immer wieder aufgehoben, weil wir seitdem hemmungslose Fans von „grauen Katzen“ sind.


Im Oktober 2001 beschäftigten wir uns dann intensiver mit dem Thema „Gefährten fürs Leben“. Wir wollten im nächsten Jahr das Abenteuer Leben mit Katzen wagen. Nachdem wir schon zwei Kater kannten, die als „Angsthasen“ durchs Leben gingen, sollten es diesmal schmusigere Mädchen werden. Graue natürlich. Das Internet zeigte schon mal die Bandbreite der Rassekatzen, denn reingraue Hauskatzen gibt es wohl wirklich nur in Italien. Also fuhren wir zur nächsten Katzenausstellung nach Gladbeck, um die verschiedenen grauen Samtpfoten in natura zu erleben. Wir wollten uns nur vorab informieren und vorbereiten. In der Katzenausstellung waren wir entsetzt, wie eng die Käfigreihen aufgestellt waren und wie viel Platz dagegen die Kratzbäume hatten. Die ganze Rückfahrt ereiferte sich besonders Wolfgang darüber, dass er nie wieder auf eine Katzen-
ausstellung wollte, um kurz vor Hannover zu fragen: „Warum wollen wir eigentlich noch ein Jahr warten?“

Da gab es doch dieses niedliche graue Kätzchen und auf dem Schild stand noch etwas von einem großen Wurf. Eine Visitenkarte hatten wir auch schon. Also wurde schnell ein Termin für das nächste Wochenende gemacht.
Dort begrüßte uns die Katzenmutter neugierig und von oben überwachte der Katerpapa das Ganze aufmerksam. Das Katzenkind war am Anfang noch recht zurückhaltend, aber dem eifrig gewedelten Spielzeug konnte es nicht widerstehen. Schnell hatten wir uns Allegra erspielt. Am liebsten hätten wir sie gleich mitgenommen. Aber es gab ein Problem: Wir wollten immer zwei Katzenmädchen haben, idealerweise aus einem Wurf. Doch Allegra war aus einem Neuner-Wurf das „Nesthäkchen“. Auch die große „Katzenmutter“ wollte Allegra nicht in einen Ein-Katzen-Haushalt geben. Wir brauchten also schnell ein zweites Katzenkind.

Deshalb wurden am darauf folgenden Wochenende gleich bei zwei Katzenfamilien Besuchstermine vereinbart. Beim ersten Termin waren die Katzenkinder so sehr mit sich beschäftigt, dass wir Mühe hatten, das noch nicht reservierte Kätzchen genauer kennen zu lernen. Irgendwie sprang der Funke nicht über. Wir wollten doch erst den anderen Katzen-Termin wahrnehmen.
Wie gut, dass wir Ruhe bewahrt hatten und uns die Zeit nahmen: Drei kleine aufgeweckte Katzenkinder kamen uns schon fast auf der Treppe entgegengepurzelt und wurden schnell wieder eingesammelt. Kaum waren die quirligen grauen Kätzchen ins Wohnzimmer verfrachtet, setzten wir uns auf den Fußboden. Sofort kam das Kleinste der Katzenkinder an und sprang auf dem Schoß. Sie ließ sich kraulen, schurrte und war sichtlich zufrieden, während ihre Brüder eifrig mit sich und den Spielzeugen kämpften. Innerhalb einer Minute war die Entscheidung gefallen, die wir bis heute nur manchmal bereuen.

Nämlich dann, wenn dieses inzwischen große Kätzchen mal wieder ganz eigenwillige Vorstellungen von ihrem Leben, dem ihrer Gefährtin Allegra und dem hat, was wir für sie leisten sollten. Denn schließlich ist sie die Chefin im Haus!


Morgen Abend geht es weiter...


Kommentare:

Luna hat gesagt…

Oh, ich bin die Erste, wie schön !
Das ist ja eine schöne Geschichte. Das Kätzchen in Italien hätte mich auch überzeugt. Die ist ja echt allerliebst.
Wir hatten vor Jahren schon mal eine Katze aus dem Tierheim. Das war eine rechte Zicke und niemand durfte sie "ungestraft" streicheln. Die Katze wurde 13 Jahre alt und dann vor unserer Haustür überfahren. Trauriges Ende, aber ich hab danach immer gesagt: nie wieder eine Katze ! Bis Luzie sich in unser Leben geschlichen hat... Luzie hat uns gezeigt, dass es auch "liebe" Katzen gibt.
Ja, das mit den Katzenausstellungen ist ein Thema für sich. Ich finde es auch ganz furchtbar, wie apathisch die armen Tiere in diesen engen Käfigen sitzen. Aber es gibt auch Ausstellungen mit ganz großen Gehegen, das ist aber eher selten.
Es ist schön, dass ihr nun 2 hübsche "graue" Lebensgefährten gefunden habt und einen tollen Blog über eure Katzen macht. Freue mich schon auf das nächste Mal.
Liebe Grüße
Luna, Luzie, Frieda und Stefanie

SchneiderHein hat gesagt…

Ja, wir haben auch viel Spaß dabei die alten Fotoalben der beiden Mädchen hervorzuholen, Bilder auszuwählen und uns an die wunderschöne Anfangs-Zeit mit ihnen zu erinnern...
Während sie uns daran erinnern, dass wir im Hier und Jetzt mit ihnen leben und uns daran hindern zu viel am Computer zu arbeiten.

Birgit hat gesagt…

Sehr schön erzählt die Geschichte von den Baby-Katzen. Es macht Spaß die kleinen Tierche aufwachsen zu sehen und zuzugucken, wie sie sich entwickeln. Kommt Eure Vorliebe für graue Katzen irgendwo her? Vor Jahren hatte ich auch mal eine "graue" Katze. Eine Perserdame namens Dominic, dort nennt man Grau dann Blau. Wir hatten das Glück, dass Mamas weißer Perserkater unsere Dominik bei Einsitten deckte. Daraus entstanden 3 süße Knäuel, 2 x weiß und 1 x Blau. PeeWee, Sir Henry und John Ross, der blaue schielende Kater. John Ross blieb bei uns und machte viele Jahre jede Menge Spaß.

Birgit hat gesagt…

Sorry, habe den Absatz mit dem Italien-Urlaub zu spät gelesen. Die Frage, warum graue Katzen hat sich natürlich damit erledigt. LG Birgit